Kennung: ebook

ebook-Reader von Amazon

Seit einiger Zeit kursierten die von FCC veröffentlichten Bilder des neuen ebook-Lesegerätes von amazon herum und die meisten waren sich in vielen Kommentaren sicher, daß sei nur ein Prototyp, da würde noch ein Design folgen.

Weit gefehlt! Die meinten das tatsächlich ernst mit diesem komischen weißen Gerät. Nicht, daß ich etwas gegen ein weißfarbiges Gerät einzuwenden hätte, aber das ist eine Beleidigung der Augen und ich fürchte auch der haptischen Sinne. Formen, wie Sie vielleicht 1987 modern gewesen wären, aber bitte nicht im Jahre 2007.

Als leidenschaftlicher ebook-Leser habe ich wirklich gehofft dieses Gerät könne Bewegung in den völlig überteuertem Lesegerätemarkt bringen. Um zu zeigen wie wenig innovativ das Gerät eigentlich ist, hier mal ein Vergleich zwischen meinem Palm Tungsten E und dem Kindle:

KindleTungsten E
289 g130 g
800px zu 600px e-ink
4 Graustufen ohne Hintergrundbeleuchtung
15,2 cm Diagonale
320px² LCD
Farbdisplay mit Hintergrundbeleuchtung
7,2 cm Diagonale
-Touchscreen
256 MB + SD-Karte32 MB + SD-Karte
Kopfhöreranschluß, USB-Anschluß
WLANInfrarot
399,00 $199,00 € (im Jahr 2004)
mobipocketmobipocket, ereader, plucker, avant go, pdf, txt, doc, pdb, html, ...
Zeitungsabos gegen EntgeltZeitungsabos auch kostenlos
Wikipedia onlineWikipedia offline
Hörbücher (vermutlich mp3)Hörbücher und Musik (mp3, ogg, real, ...)
2 Tage bis eine Woche (ohne Audio)Lesen und Musikhören ~2 Stunden Akkulaufzeit
über 90T ebooksüber 300T ebooks kostenfrei - vermutlich viele mehr
Plastik-GehäuseMetallgehäuse

Also für mich ist der Palm der Sieger, schließlich kann ich ihn mit einer Hand halten und bedienen, ihn in die Jackentasche stecken, Adressen und Texte lesen, schreiben verwalten, eine Vielzahl von Programmen ausführen und das seit einigen Jahren.

Natürlich gibt es keine Dienstleistungen wie kostenpflichtigen email-Empfang. Auch die Übertragung eines Worddokuments erfordert für einen Palm (wie wohl allen PDAs und sog. smartphones) keine email je 0,10$. Und ob der Internetzugang in Europa, insbesondere Deutschland, von diesem Gerät aus stets gewährleistet ist, wie die Werbung für den Kindle suggeriert, wage ich sehr zu bezweifeln.

  Nergal

The Civilization of China & Across China on Foot

Papierbücher nehme ich nur noch selten zur Hand. Die letzten beiden Bücher, die ich mir gekauft habe waren 'Python in a Nutshell' & 'Python Cookbook', da ich die nicht als ebook erhalten konnte und das nachschlagen doch manchmal leichter fiel als in den diversen online-Dokumentationen.

Aber ich drifte vom Thema ab
Meine neueste Entdeckung bei meinem bevorzugtem ebook-Anbieter manybooks.net lautet 'The Civilization of China' von Herbert A. Giles (1912).

Ich bin mir sicher, daß es modernere und umfassendere Werke gibt (215 KB reiner Text als pdb). Aber selten habe ich ein so angenehm zu lesendes Sachbuch in der Hand gehabt. Giles schreibt im Vorwort selber, es sei höchstens als Einstieg für erweiterte Recherche gedacht, diesem Ziel wird es bisher (knapp die Hälfte habe ich bereits durch) gerecht.

Giles gibt an passender Stelle immer wieder Anmerkungen zum historischen Rahmen, um gewisse Zusammenhänge zu erklären, ohne ins erstickende Detail zu gehen, so daß sich ein Rahmen bilden kann, in den man Puzzleteile der Geschichte und Kultur Chinas einfügen kann. Sein Hauptaugenmerk liegt aber sicherlich auf den verschiedenen Aspekten der Alltagskultur, von der Religiösität zum Rechtsverständnis. Unterbrochen wird das ganze von kleinen Ankedoten, die kurz nacherzählt abstrakt formulierten Eigenarten der chinesischen Alltagskultur einen Sitz im Leben verleihen.

Für jeden der sich mit der chinesischen Kultur vor Ihrer kommunistischen Zeit und vor der weitreichenden Industrialisierung beschäftigen möchte, ist dies sicherlich ein geeigneter Einstieg. Womit wir zum zweiten Buch zum Thema China kommen:
Ich habe leider 'Across China on Foot' von E. Dingle (1911) bereits zuvor gelesen und der journalistische Reisebericht und der eigenwillige Stil von Dingle erschwerten bisweilen die Quintessenz zu filtrieren. Hier hätte Giles Werk gute Dienste geleistet. Nichtsdestotrotz ist Dingles Reise das lebendige Gegenstück dazu. In einer Zeit kurz vor dem Umbruch in China, vor dem 1. Weltkrieg, und am kurz vorm Anfang vom Ende der Kolonialzeit reist Dingle zu Fuß mit einem Übersetzer und etlichen Trägern quer durch China.
Von verlausten schmutzigen Herbergen bis zu atemberaubenden Ausblicken in die Bergwelt Chinas, von Abenteuern mit Beamten und Soldaten bis hin zu Begegnungen mit anderen Europäern unterwegs, bleibt es immer spannend und man hat manchmal das Gefühl er schreibt über ein sehr modernes China, manchmal über ein China von vor tausend Jahren. Zwischen Tradition und Aufbruch. Im Spiegelbild auch oft ein Blick auf die britische / europäische Kultur um 1910 liefert es reichlich Anregung unseren eurozentrischen Blick auf die Welt von damals und heute zu verlassen.

Und hier die Verweise zu den ebooks:
The Civilization of China, H.A. Giles (1912)
Across China on Foot, E. Dingle (1911)

  Nergal

LibriVox

LibriVox ist eine meiner Lieblingsseiten im Netz, wenn ich mal Lust auf ein Buch habe, aber nicht Lesen, sondern Hören möchte.

LibriVox ist sozusagen manybooks.net zum hören. Freiwillige lesen Bücher, vorwiegend auf Englisch, aber auch in anderen Sprachen, vor und bei größeren Werken kommen mehrere zusammen, so daß kapitelweise ein Vorleser dran ist. Es gibt eine Menge sehr talentierter Vorleser, manche sind leider mit gutem Willen aber manchmal doch fehlendem Talent dabei. So ist es bei gemischten Stimmen bisweilen auch ein schwankendes Hörvergnügen. Aber nichtsdestotrotz ist es eine beachtliche Leistung, denn es sind bereits eine ganze Menge Bücher vertont, so daß so manche Stunde mit Kopfhörer und einem Buch verbracht werden kann.

Ich habe mir schonmal den Schimmelreiter von Storm auf deutsch heruntergeladen. Leider verweist der RSS-Feed nur auf die mp3-Dateien, denen man das mp3-Format bei niedriger Bitrate anhört.

  Nergal

Heimskringla - Chronik der norwegischen Könige


König Øystein (Photo: Nina Aldin Thune Creative Commons by-sa-2.5-Lizenz)

Die Geschichte der norwegischen Könige von Snorri Sturlson (CE 1179-1241) umfasst in etwa die Zeit CE 850 bis CE 1177. Ursprünglich in altnorwegischer Sprache verfasst und kompiliert, wechselt es zwischen eher sachlichem Ton und dem an Metaphern und Topoi überbordendem Stil der mittelalterlichen skandinavischen Skalden. Vor den Kapiteln zu den einzelnen Königen steht meist eine Redaktionsgeschichte der zur Kompilation verwendeten Sagas. Leider ist mir der Übersetzer ins Englische mir nicht bekannt.

Natürlich prägt der Zeitgeist zur Zeit der Niederschrift das Werk, so daß Hexen und Heilige, Zauberei und Wunder als selbstverständlich angenommen werden, was dem Werk aber keinen Schaden antut. Im Gegenteil, die Motivation der beschriebenen Akteure, die im gleichen Zeitalter und Glauben an übernatürliche Begenheiten glaubten wird äußerst plastisch dargestellt.

Bisweilen wirken die vielen in erschöpfender Tiefe ausgebreiteten Genealogien zur Verwirrung, aber nach einigen Seiten gewöhnt man sich an diese für damalige Verhältnisse unverzichtbaren Verwandschaften, die oft auch Einfluß nahmen auf das Handeln von Königen, Jarls und anderen.

Zum Herunterladen im benötigten ebook-Format bei manybooks.net:Heimskringla.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Euch

  Nergal

E-Bücher oder eBooks auf deutsch

Ich lese gerne, ich lese viel, aber ich mag es nicht mehr Buchseiten aus Papier umzublättern.

Eigentlich auch kein Problem im Zeitalter der eBook-Reader, aber (!) wehe dem, der deutsche E-Bücher erwerben möchte.

Wenn man die gängigen Online-Händler abklappert (libri.de, amazon.de und natürlich den Münsteraner buch.de), so ergibt sich ein Bild der Hoffnungslosigkeit: Perry Rhodan dominiert mit ca. 95% den Bereich Science Fiction, gerne unterfüttert mit Werken von Jules Verne und ein paar anderen Autoren.

Der EDV-Bereich ist noch 'traditionell' am besten bestückt, aber das sind in der Regel keine Lektüren.

Ein weiteres Highlight sind die Ratgeber und Lebenshilfen, bei denen sich der Druck anscheinend nicht mehr lohnt.

Allmählich besser wird die Situation bei den historischen Romanen, seit Autoren wie Tilman Röhrig oder Tanja Kinkel ihre Werke auch in elektronischer Form veröffentlichen.

Anscheinend der einzige Verlag, der erkannt hat, das elektronische Bücher bei Nachschlagewerken enorme Vorteile bieten ist PONS. Für gut 50 € kann man die beiden Großwörterbücher für DE <-> EN bekommen. Und man ist trotzdem so schnell, als wenn man den kleinen Taschenlangenscheidt durchsucht - nur die Resultate sind umfangreicher ;) .

Ebenfalls in die richtige Nische stoßen die Marco Polo-Reiseführer vor. Es gibt zwar noch ein paar kleinere Anbieter, die ebenfalls auf den elektronischen Markt gehen, aber der ADAC oder National Geographic als echte Referenzen auf dem Gebiet (unter vielen anderen) glänzen hier durhc Abwesenheit.

Am Ende bleibe ich also doch bei meinen kostenlosen Büchern von gutenberg.org, manybooks.net und seit jüngerer Zeit für den iLiad feedbooks.com.

Mein Fazit: die Technik ist da ... die Inhalte fehlen! - Liebe Autoren und Verlage: Es gibt so viele Möglichkeiten um Papier, Lagerraum und Logistik einzusparen und zugleich so unendlich viele Inhalte anzubieten.

Auf etwas Schwung im deutsch-sprachigen eBuch-Markt hoffend ...

  Nergal

bookscan.py - ein Buch-eBuch-Konverter

Nicht meckern - selber machen!

Unter genau diesem Motto habe ich mich für das lange Wochenende entschieden eine kleine Buch zu eBuch-Software zu schreiben. bookscan.py ist ein ziemlich rohes und rauhes Stück Code, aber es funktioniert bereits erstaunlich gut.

Man nehme: Python 2.4 (vermutlich auch höher), Qt 4.3.3 (vah), PyQt 4.3.3 (vah), tesseract 2.0 (vah), sane-backends / scanimage 1.0.18 (vah) und alles unter Gentoo/Linux 2.6.23

Der Programmablauf ist weitgehend banal:

  1. Vorschau einscannen
  2. gewünschten Bildauschnitt auswählen / ausmessen (Sitenzahl, Kopfzeile braucht man nicht)
  3. Anzahl der Seiten pro Scan (aufgeschlagenes Buch = 2 Seiten) einstellen
  4. dpi-Zahl einstellen 300 bis 400 sind optimal
  5. scannen ... scannen ... scannen
  6. Texterkennung laufen lassen
  7. ggf. Korrekturen vornehmen
  8. als PDF-ausgeben lassen
  9. auf eBuch-Lesegerät laden - Fertig

Das Programm ist weit davon entfernt allgemein nutzbar zu sein und hat noch viele Einschränkungen und jede Menge Ideen sind noch nicht fertig. Die Bedienoberfläche ist noch in vielen Bereichen eine Baustelle. Aber da es bereits passabel funktioniert im Kern (man muß allerdings ein bisl im Python-Code einige Voreinstellungen noch per Hand anpassen) möchte ich nach der Devise 'realease often and release early' es einfach zu verfügung stellen.

Download:

bookscan.tar.gz


  Nergal