Operas Alpha release

Endlich! kann man diese Menüleiste bei einem Browser wegblenden.

Eigentlich hatte ich mir den aktuellen Alpha-Release von Opera Unite installieren wollen, um herauszufinden, was man damit so anstellen könnte (im Prinzip ist es ein URL-Service für dynamische IPs mit einem Webseitenbaukasten) - nett, aber nicht was ich suchte als quick and dirty ersatz für einen Apache.

Was mich aber extrem positiv überrascht hat, war daß da im Startmenü auf einmal die Option auftauchte "Show Menu Bar" mit einem Häkchen dran. Gleich drauf geklickt und schon war dieser Platzdieb meines Bildschirms weg. Ich liebe nämlich die Option etlicher KDE-Programmer via Strg+M die Menüleiste wegblenden zu können, wo man die meisten Funktionen die man regelmäßig braucht ohnehin rasch per Tastaturkürzel anspricht. Übrig bleibt ein kleines schickes Icon an dem die ganze Menüleiste in einem Dropdownmenü hängt in der Tableiste des Browsers

Danke Opera! Vielleicht könntet Ihr jetzt noch die Adresszeile mit in die Tabzeile integrieren. Ich habe nämlich in der Regel nicht die komplette Breite meines Bildschirms mit Tabs ausgelastet und die URLs in der Adresszeile muß ich auch nicht mit all den Session-ID Nummern sehen, es reicht wenn ich es erreichbar habe. Also wie so oft jede Menge toter Raum auf hochauflösenden Bildschirmen. Naja vielleicht Version 10.5 ...

  Nergal

Nochmal Survey-Blog

So allmächlich kristallisiert sich die Richtung in die die Hattusa Survey Webseite gehen wird heraus. Vom ursprünglich eher luftig leichtem Inhalt, mit ein paar netten Bildern, um externe auf das Projekt aufmerksam machen zu können, wird es allmählich richtig ernsthaft und es ist zudem eine grandiose Spielwiese in technischer Hinsicht. Im Hintergrund experiemtier ich derzeit mit OpenLayers, um mich dauerhaft von Google Karten lösen zu können.

Eigentlich hatte ich heute für den historischen Überblick eine kleine Graphik erstellen wollen, um den zeitlichen Abriß besser einordnen zu können. Zahlenkolonnen sind zwar nicht sachlich falsch, aber um ehrlich zu sein, man ließt doch grob drüber weg.

Sehr schnell sah ich, daß man dafür einen enormem Platzverbrauch in Kauf nehmen müßte. Eine Suche nach Ideen, wie andere so eine Zeitskala aufgebaut hätten, fand ich als ersten Treffer SIMILE | Timeline.

Ein echt cooles Tool. Es erklärt sich fast von selbst, relativ simpel implementiert und sieht auch noch schick aus:

Momentan (28.02.2009) ist da nicht viel Gehalt in den Ereignis-Dateien, das Design ist default und eingebunden in einen iFrame. Also nicht wundern ;).

Bin gespannt, was man damit noch so alles anstellen kann.

  Nergal

Hattusa-Survey

Es ist vollbracht

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen der Webseite für den Hattusa-Survey. Nebenbei noch diese Django-App hier mit meinem Blog auf Vordermann gebracht, um die Speicherauslastung bei meinem Hoster Webfaction auf ein gesundes Maß zu schrumpfen. Sonst wäre dieses Blog und das vom Survey nicht in der kleinsten Stufe von webfaction möglich gewesen.

Gerade noch ein CSS-basiertes Menüsystem eingebaut - sieht echt cool aus! (nur die Photos muß ich jetzt noch umbauen) ein paar Kleinigkeiten gefixt, daß ganze Team mit Accounts versehen.

Naja schaut es Euch an: Hattusa-Survey, es gibt auch einen Newsfeed ... (Mist, den wollte ich noch auf der Seite verlinken ...).

  Nergal

Arme Sprache

"Kaffeewerbung mit Nazi-Beigeschmack gestoppt" (Quelle: tagesschau.de).

Als ich diese Überschrift las, war ich zugegebenermaßen neugierig, wie man das denn wohl hinbekommen hätte. Für Kaffee zu werben und einen 'Nazi-Beigeschmack' zu erzeugen. Es ist der Ausdruck "Jedem den Seinen", auch verständlich als "Jedem das Seine" - wenn man es unbedingt will. Letzterer Ausdruck stand am Eingang zum KZ Buchenwald.

Ich fürchte so manch einer wird die Nase über diesen Beitrag rümpfen, denn ich sehe überhaupt keinen Nazi-Beigeschmack in dieser Formulierung. Der Werbeagentur war der Zusammenhang mit dem 'KZ-Motto' nicht bewußt. Und die Formulierung bezieht sich auf etwas maskulines, (z.B.: Kaffee), wie man der grammatikalischen Form recht einfach entnehmen kann.

Was hier betrieben wird, ist dem Vergewaltiger der deutschen Sprache, den Nationalsozialisten, auch noch die Deutungshoheit auf die vergewaltigten Formulierungen zu geben. Es gibt sicherlich Aussagen, die eindeutig nationalsozialistischen Ursprungs sind, aber bei dem obigen Werbeslogan handelt es sich um eine Kurzform eines Ausspruchs von Cato dem Älterem "Von mir aus sei es jedem erlaubt, was er hat zu nutzen und zu genießen." (lat. "Suum cuique per me uti atque frui licet."), verkürzt auf die ersten beiden Wörter, läßt es sich als 'Jedem das Seine" übersetzen. Wie man sieht, hat es nicht im Geringsten etwas Verwerfliches, gar Menschenverachtendes an sich. Und es ist nicht nur der grausige Spott der KZ-Erbauer über die Inhaftierten, sondern zugleich ein zynisches Spiel mit der deutschen Sprache. Beide sind Opfer der Nazis, das soll nicht die Leiden der Inhaftierten relativieren, aber es kann auch nicht ein Leid das andere negieren. Vielleicht gehört etwas Mut dazu, aber nicht jeder Vorwurf von 'Nazi-Beigeschmack' ist angemessen. Die verunglimpfte Formulierung verdiente vielmehr in ihre alte ursprüngliche Bedeutung zurückversetzt zu werden.

Die Nazis waren in so unendlich vielerlei Hinsicht schreckliche Verdreher und Vergewaltiger positiver Symbole und Wörter. Den grauenhaften Plagiatoren aber quasi Anspruch auf Urheberschaft zu gestehen ist pervers.

Die Anziehungskraft des sog. Dritten Reiches für viele Neonazis liegt doch in dieser Symbolwelt, die kein anderer für sich mit anderen Inhalten zu belegen mehr wagt. Wenn man diese Symbole von der Besudelung der Nazis befreit, entkleidet man zugleich ihre nationalsozialistischen Träger. Natürlich ist es Aufgabe der Gesellschaft, diese nicht in Nazihand ins Gute umzudeuten, sondern auf die Perversion hinzuweisen.

  Nergal

ZDF GEZ-frei?

"Batman Begins" im Free TV ... so so!?Gestern am Hauptbahnhof in Münster sah ich riesige Plakate, die diese Batman-Verfilmung in gewaltigen Lettern als 'Free-TV Premiere' anpreiste.

Seit wann ist denn das ZDF ein Sender der 'Free-TV' ist. Der Begriff mag zwar ursprünglich daher rühren, daß man ZDF unverschlüsselt empfangen könne im Gegensatz zu den 'Pay-TV'-Sendern die verschlüsselt ausstrahlen. Der englische Begriff deutet es bereits an, es ist nicht unser deutsches System mit GEZ für öffentlich-rechtlichen Rundfunk gemeint, sondern vermultich das US-amerikanische, daß eben zwischen obigen Kategorien (Free bzw. Pay) differenziert.

Was will uns also das ZDF sagen? Es könnte sein, daß sie für diesen Film die GEZ-Finanzierung aussetzen und ihn allen zugänglich machen wollen (bringt natürlich nichts, weil man dann theoretisch in der Austrahlungszeit auch ARD empfangen könnte, was gleich wieder gebührenpflichtig ist). Oder das ZDF möchte uns Bürgern mitteilen, daß es unverschlüsselt sei.

Allerdings, unverschlüsselt ist ja nicht gleich for free. Ich kann Bücher auch ohne Entschlüsselung lesen, aber es käme keinem Buchhändler der Gedanke, daß seine Ware 'Free-Books' seien. Das 'Free' meint nämlich im Ursprung unseren Begriff von 'gratis' bzw. 'frei' wie in 'Freibier'. Aber dann würde ja das ZDF entweder zum Gucken anstiften ohne die Gebühren zuentrichten oder sie sagen schlicht die Unwahrheit in dieser Ankündigung.

Traurig, daß man nicht einmal den Anstand zu besitzen scheint die Wahrheit über die Kosten, die durch das Schauen des Filmes entstehen, auch ehrlich zu formulieren

  Nergal

Gutschein sponsored by DIE ZEIT

Seit einiger Zeit verteilt man bei dem Buchhändler Thalia hübsche kleine Gutscheine im Wert von 5 €, wenn man diese bei einem Warenwert von 20 € auf dem Online-Shop von Thalia einlöse.

Das faszinierende daran ist, es gibt keine Einschränkung ob preisgebundene Ware (Bücher) oder nicht (CDs, DVDs, oder anderes). Und erst wenn man ganz genau hinschaut erkennt man, daß es natürlich nicht von Thalia stammt ... NEIN! die haben damit natürlich überhaupt nichts zu tun, sondern verteilen die Dinger nur freundlicherweise für den eigentlichen Gönner des baldigen Online-Shop-Kunden, nämlich DIE ZEIT. Weshalb die dann ganz klitzeklein in weiß auf hellem Grün Ihren Namen auf der Vorderseite und Ihr Logo (den Schriftzug) auf der Rückseite ganz dezent über dem ebenfalls schwarzweißen Barcode plazieren, mag man für tugendhafte Bescheidenheit halten.

Man kann es aber auf für die Umgehung der Buchpreisbindung halten.

Es wird nicht erklärt, was DIE ZEIT dazu bewegt für die Bevölkerung Konsumgutscheine in Höhe von 5 € zu verteilen. Dafür kann man etwas erahnen, wenn man sich den Artikel auf boersenblatt.net zu genau dieser Aktion (vom Vorjahr) durchliest (letzter Absatz).

Ich habe daraufhin mal versucht bei Thalia einen entsprechenden Kaufvorgang mir anzusehen, spaßigerweise gab es keine Möglichkeit den Gutscheincode einzugeben. Also konnte ich leider auch nicht sehen, was DIE ZEIT denn als Gegenleistung dafür bekommen sollte. Ich vermute ja mal die Adresse, Wert und Art der bestellten Waren, sowie die gewählte Zahlungsart wären in etwa 5 € Wert zur Neukundenakquise. Das ist natürlich nur eine Idee, um mir so viel Gutmenschentum erklären zu können. Aber sonst könnte man doch einfach bei jedem Kunden im Geschäft bei Einkäufen über 20 € einfach 5 davon abziehen und dem Kunden eine Karte von DIE ZEIT in die Hand drücken, wo drauf steht, daß man soeben von denen etwas geschenkt bekommen hätte. Das wäre vermutlich zu wenig an Information und Werbewirksamkeit.

Ich glaube es könnte eine ziemlich schäbige Art und Weise sein Bücher zu rabbatieren - entgegen der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung.

Ich bin gespannt, ob es da noch ein juristisches Nachspiel geben wird, ob diese Art der Geschäfte überhaupt zulässig ist

  Nergal