Autos im öffentlichen Raum

Gerne gebe ich zu, daß ich mit Sicherheit keinen objektiven Standpunkt einnehme. Aber das brauche auch nicht, denn ich nehme nur einen Standpunkt und keine Standfläche ein.

Mir geht es um den Verbrauch öffentlicher Fläche durch PKW und andere Kraftfahrzeuge mit 4 + x Rädern.

Als Bewohner des münsterschen Kreuzviertels fahre ich mit dem Rad allmorgendlich an Kolonnen von Autos vorbei. Manchmal auch ein Fahrendes. Aber es reicht auf den meisten Straßen gerade mal vom Platz aus, daß ein PKW und ein Radfahrer sich begegnen dürfen. Zwei PKW verursachen schnell kleine Rückstaus.

Dann darf ich als Radfahrer dahintertehen und die Abgase einatmen oder fahre vorbei, da die meisten Autofahrer erstmal überfordert sind mit der Situation.

Dabei sind die Straßen und Bürgersteige beileibe nicht zu schmal, aber auf beiden Seiten mit parkenden Autos zugestellt.

Im Winter beim Schnee ist es dann schon schwierig für Gehbehinderte die Straßenseite zu wechseln, da der geräumte Schnee zwischen den PKW liegt und die Räumfahrzeuge gar nicht erst fahren, weil es keine Möglichkeit gib den Schnee beiseite zu schieben.

Oft muß ich mir erstmal eine halbwegs passende Lücke zwischen parkenden PKW suchen, bevor ich vor der Haustür nach rechts ausscheren kann, um abzusteigen ohne den nachfolgenden Verkehr zu stören.

Steuervorschlag

Das alles müßte nicht sein. Jeder verantwortungsbewußte Fahrzeughalter stellt seinen Wagen in eine Garage oder einen Stellplatz auf privatem Grund ab, oder wenigstens auf einem öffentlich gekennzeichneten Parkplatz (wobei das nicht Sinn und Zweck ist).

Warum also nicht einfach mal prüfen, was diejenigen monatlich so ausgeben oder an privater Grundstücksfläche verbrauchen, um das Fahrzeug außerhalb des öffentlichen Raumes abzustellen?

Ich schätze mal das sind so in etwa 30 EUR pro Monat, macht 360 EUR per annum. Wer nun also keinen privaten Stellplatz nachweisen kann und auch nutzt, der muß einfach eine Art Flächenverbrauchssteuer für seinen PKW zahlen.

Die kann dann von mir aus gerne auch anhand von Länge x Breite x Höhe (ab einem Wert, wo man nicht mehr drüber schauen kann) des Fahrzeugs berechnet werden. Das fördert immerhin sein Wohnmobil nicht an der Kreuzung mehr abstellen zu wollen, wo kein Mensch mehr die anderen Straßen einsehen kann. Und es würde all diejenigen die einen wirklich kleinen Wagen haben, der ja auch nicht so viel öffentlichen Raum verschwendet, weniger belasten.

Noch eine Steuer oder Abgabe?

Ja - weil all diejenigen, die gar keinen öffentlichen Raum in der Form vergeuden trotzdem diesen mitfinanzieren. Wer also Geld für einen SUV hat, aber diesen an der Straße abstellt handelt asozial.

Und man denke nur an die Straßenreinigung. Überall wo die Straße von Autos gesäumt wird, muß die Stadtreinigung mit besenschwingenden Arbeitskräften den Dreck auf die freie Straße kehren, um ihn dort von Reinigungsfahrzeugen aufzunehmen. Den Aufwand zahle ich genauso mit, ob wohl ich gar nichts da rumstehen habe.

Und ich denke auch an all die Kinder, die nie auf den Straßen zwischen den verkehrsberuhigenden Eingrenzungen mal mit Kreide etwas malen können, vom Ballspielen, Dreirad fahren, Seilhüpfen usw. usf. will ich gar nicht reden.

Bürokratie und wohin mit den Autos

Sowas würde einen gewissen Aufwand mit sich bringen, aber gehen wir mal im Schnitt von 30 EUR im Monat aus, so dürfte der Aufwand bei ca. 60 EUR liegen, es bleiben also für jedes öffentlich an der Wohnstatt geparkte Auto 300 EUR pro Jahr in der Kasse. Dafür kann man dann jede Menge Park & Ride - Plätze mit angeschlossenen Fahrradparkplätzen anlegen. Da muß die Jahresgebühr nur etwas niedriger als die hier vorgeschlagene Abgabe liegen und schwupps ist der Anreiz da sein Auto aus den Wohnstraßen rauszunehmen und auch mal was zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen. Da gibt es sogar in Münster noch reichlich Potential, besonders im Winter.

Und sonst?

Dann wären auch Elektroautos viel leichter zu etablieren, denn keiner kann sich hier erlauben eine Kabelrolle aus dem Keller, und 100m die Straße runter um die Ecke zu verlegen, damit es am nächsten Morgen wieder vollen Akkus gibt.

Endlich bräuchte auch niemand mehr beim Ordnungsamt Parkverbotsschider bestellen, wegen Umzug oder Speditionen könnten vor der Haustür liefern. Paketdienste kämen schneller und ohne Probleme durch. Man könnte sogar hier und kleine Fahrradparkflächen schaffen und bisl mehr Grün in die Straße bringen. Ich bin kein Freund davon, daß Fahrräder zu Hauf auf der Straße oder dem Bürgersteug herumstehen, aber Fahrräder nehmen nur einen Bruchteil Platz in Anspruch, sind leise, stinken und rauchen nicht und es würde die Bürgersteige frei räumen von den Rädern, die nämlich keinen Platz mehr am Straßenrand finden … wegen der Autos. Dann kämen alle wieder besser durch.

  Nergal

Demokratie - ein Zahlenspiel

Wenn man sich unsere „Demokratie“ anschaut und mal ausrechnet, mit was für Mehrheiten die Macht im Staate beansprucht wird, so wird man feststellen, daß wir eigentlich nur noch von Minderheitsregierungen umgeben sind.

Es reicht schon sich zu überlegen, wenn bei einer Wahl ca. 54 % der Wahlberechtigten wählen gegangen sind, aber in etwa 13 % aller Stimmen gar nicht bei der Mandatsverteilung berücksichtigt werden, dann beruht der Machtanspruch der Abgeordneten auf gerade mal 41 % aller Stimmen. [1]

Die Mär von der Mehrheit

Ganz recht, nicht einmal die Mehrheit der Wahlberechtigten ist überhaupt vertreten in der Bremer Bürgerschaft.

Und nun feiern und wehklagen die Parteien Sieg und Niederlage. Ich sehe da überhaupt keinen Sieger.

Denn die zuerwartende Koalition in Bremen aus SPD und Grünen hat zwar einen sehr hohen Anteil dieser 41 %, aber auf die Gesamtwahlberechtigten bezogen sind es dann gerade mal 24 %. [2]

Und auch hier: eine nicht einmal ganz ein Viertel der Bürgerschaft repräsentierenden Mandate beansprucht die absolute Mehrheit.

Warum sind die Menschen also unzufrieden mit den Regierungen?

Mir ist durchaus klar, daß das in unserer Demokratie nun mal so geregelt ist, aber ich finde es auch sehr wichtig, daß wir uns vor Augen führen, wer hier welchen Machtanspruch mit welchem Rückhalt des Souveräns begründet.

Da muß man sich nicht wundern, daß es zwar eine Regierung gibt, aber oft weniger als die Hälfte der Bevölkerung hinterher damit zufrieden ist.

Ich halte es für ein sehr gefährliches Spiel mit der Macht. Denn es sind Könige ohne Volk!

Sollen’se halt wählen gehen …

Klar! - aber was wäre denn, wenn es tatsächlich zwei Dinge in unserer Demokratie gäbe: die Wahlpflicht und die Option der Enthaltung, oder besser des Nichterteilens seiner Stimme?

Zunächst einmal würde es unsere Demokratie schrecklich lähmen. Dann plötzlich wäre es notwendig sich nicht mehr am parteipolitischen Kalkül zu orientieren, sondern am Willen des Souveräns.

Nicht mehr Lobbies und Interessenverbände, Parteibuch und Fraktionszwang wären das Maß der Dinge, sondern die Frage, wie schafft man es, mit den erteilten Mandaten über 50% der Stimmen des Souveräns für eine Gesetzesvorlage zu vereinigen.

Im Falle der Bremer Bürgerschaft würde das aktuell dazu führen, daß Neuwahlen ausgerufen würden, denn sonst müßten vermutlich bis auf ein paar Abweichler alle Mandatsträger sich einig werden, das ist recht unwahrscheinlich.


  1. Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,763431,00.html

     ↩
  2. Die Zahlen hier sind sind sogar zugunsten der Parteien auf, bzw. abgerundet.

     ↩
  Nergal

Brand New Toys and Motivation - Part II

Das hier ist das chinesische Zeichen für “schreiben”, aber die Bedeutung geht weiter, es ist das semantische Feld für gestalten, editieren, weben, … es lautet biān.

Und es ist das Symbol für eine kleine Anwendung, die es mir ermöglicht auf absolut simpelste Weise endlich wieder bisl was für diesen, meinen Blog zu schreiben.

Wie man hier …

… ganz gut sehen kann.

Im Prinzp ein höchst simples Programm, links schreibt man in MultiMarkDown oder nur MarkDown und rechts kann man den Mini-HTML-Viewer aufmachen, der einem beim Speichern des Geschriebenen auch schnell noch eben das Ergebnis anzeigt. Das ganze kann man auf Wunsch auch mit einem eigenen CSS hinterlegen, aber eigentlich reicht das schon völlig aus.

Und Bilder binde ich einfach mittels DropBox ein, so muß ich nicht mal an meinen Webspace wirklich ran, die Bilder sind extrem schnell da, was bei Django sonst eigentlich immer eine mittlere Katastrophe ist.

Und genau das ist es: es macht mir wieder Spaß was zu programmieren und zu schreiben.

  Nergal

Brand New Toys and Motivation - Part I

Es ist schon erstaunlich, wie sehr ein Werkzeug motivieren kann. Und wie sehr die Motivation zu Ergebnissen führt, die das Werkzeug wertvoller machen.

Einige Jahre nun habe ich nur sehr rudimentär programmiert und sogar ein wenig die Lust an Linux/Unix verloren gehabt. Ich dachte immer es wäre ein Mangel an Zeit oder es gibt wichtigeres. Nein! - es ist tatsächlich das falsche Werkzeug. Nach vielen Jahren auf einem IBM ThinkPad (pre Lenovo) konnte ich mich mit einem Lenovo-Gerät einfach nicht so recht anfreunden. Aber es war auch ein sehr günstiges ThinkPad, das zweite und so wollte ich eigentlich ein X201t oder X301 haben. Denn das Konzept eines ultraleichten und trotzdem leistunsstarken Rechners mit adäquater Auflösung hat mich fasziniert. Das X301 kam gemeinsam und als Konkurrent zum Apple MacBook Air (2008) heraus. Aber es kam kein Nachfolger. Und das X201t ist mittlerweile einfach veraltet und völlig überteuert. Außerdem hat es nur 12" und eine für meinen Geschmack zu niedrige Bildschirmauflösung.

Und so suchte ich nun nach einer Alternative. Glücklicherweise konnte ich parallel seit einigen Wochen nun ein MacBook Pro in der Firma nutzen, so daß ich beim Anpassaen an meine Bedürfnisse schnell merkte, das fühlt sich zwar anders an, aber wenn man will hat mein ein Unix unter den Tasten.

Und so kam der Schritt mir die MacBook Airs (late 2010) anzuschauen. Und siehe da. Die sind ja im Vergleich zu einem Lenovo Thinkpad X201 mit SSD oder gar X301 direkt günstig.

Und so kam endich der Punkt auch bei mir - ich kaufte mir meinen ersten eigenen Mac. Mittlerweile ist der so sehr an meinen Bedürfnissse angepasst, daß er sich fast anfühlt wie mein liebgewonnenes IBM ThinkPad mit Gentoo Linux. Was mir fehlt ist nun nur noch Mac OS X Lion mit Vollbild-Anwendungen. Denn wenn ich etwas nicht leiden kann, dann ist das verschwendeter Bildschirmplatz. Das hatte ich unter Linux schon auf die Spitze getrieben - Fensterrahmen sind nämlich eigentlich überflüssig.

  Nergal

Operas Alpha release

Endlich! kann man diese Menüleiste bei einem Browser wegblenden.

Eigentlich hatte ich mir den aktuellen Alpha-Release von Opera Unite installieren wollen, um herauszufinden, was man damit so anstellen könnte (im Prinzip ist es ein URL-Service für dynamische IPs mit einem Webseitenbaukasten) - nett, aber nicht was ich suchte als quick and dirty ersatz für einen Apache.

Was mich aber extrem positiv überrascht hat, war daß da im Startmenü auf einmal die Option auftauchte "Show Menu Bar" mit einem Häkchen dran. Gleich drauf geklickt und schon war dieser Platzdieb meines Bildschirms weg. Ich liebe nämlich die Option etlicher KDE-Programmer via Strg+M die Menüleiste wegblenden zu können, wo man die meisten Funktionen die man regelmäßig braucht ohnehin rasch per Tastaturkürzel anspricht. Übrig bleibt ein kleines schickes Icon an dem die ganze Menüleiste in einem Dropdownmenü hängt in der Tableiste des Browsers

Danke Opera! Vielleicht könntet Ihr jetzt noch die Adresszeile mit in die Tabzeile integrieren. Ich habe nämlich in der Regel nicht die komplette Breite meines Bildschirms mit Tabs ausgelastet und die URLs in der Adresszeile muß ich auch nicht mit all den Session-ID Nummern sehen, es reicht wenn ich es erreichbar habe. Also wie so oft jede Menge toter Raum auf hochauflösenden Bildschirmen. Naja vielleicht Version 10.5 ...

  Nergal

Nochmal Survey-Blog

So allmächlich kristallisiert sich die Richtung in die die Hattusa Survey Webseite gehen wird heraus. Vom ursprünglich eher luftig leichtem Inhalt, mit ein paar netten Bildern, um externe auf das Projekt aufmerksam machen zu können, wird es allmählich richtig ernsthaft und es ist zudem eine grandiose Spielwiese in technischer Hinsicht. Im Hintergrund experiemtier ich derzeit mit OpenLayers, um mich dauerhaft von Google Karten lösen zu können.

Eigentlich hatte ich heute für den historischen Überblick eine kleine Graphik erstellen wollen, um den zeitlichen Abriß besser einordnen zu können. Zahlenkolonnen sind zwar nicht sachlich falsch, aber um ehrlich zu sein, man ließt doch grob drüber weg.

Sehr schnell sah ich, daß man dafür einen enormem Platzverbrauch in Kauf nehmen müßte. Eine Suche nach Ideen, wie andere so eine Zeitskala aufgebaut hätten, fand ich als ersten Treffer SIMILE | Timeline.

Ein echt cooles Tool. Es erklärt sich fast von selbst, relativ simpel implementiert und sieht auch noch schick aus:

Momentan (28.02.2009) ist da nicht viel Gehalt in den Ereignis-Dateien, das Design ist default und eingebunden in einen iFrame. Also nicht wundern ;).

Bin gespannt, was man damit noch so alles anstellen kann.

  Nergal